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Das Ruhrgebiet als Pionierregion der Wasserstoffwirtschaft

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Autor: Redaktion

Das Ruhrgebiet als Pionierregion der Wasserstoffwirtschaft

03.09.2021. E.ON, Evonik, RWE, thyssenkrupp und Vonovia wollen zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion, dem RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung die grüne Transformation an Rhein und Ruhr beschleunigen. In einem gemeinsamen Projekt soll ein sektorenübergreifender Zukunftsplan für eine Wasserstoffmodellregion entwickelt werden. Ziel ist es, Pionierlösungen aus Industrie, Energiewirtschaft, Mobilität und Wohnen zu vernetzen, um das Ruhrgebiet zur Vorreiterregion für eine erfolgreiche Energiewende zu machen.

Ziel: Industrie-, Wohn- und Lebensraum mit CO2-freiem Wasserstoff

Das Ruhrgebiet soll zu dem Industrie-, Wohn- und Lebensraum mit CO2-freiem Wasserstoff in Deutschland werden und damit Maßstäbe für eine Wasserstoffwirtschaft in industriellen Ballungsräumen setzen. Das Projekt soll die Grundlage für die dafür notwendige Planung für Infrastruktur und Produktion schaffen.

Die Transformation einer der größten deutschen industriellen Kernregionen wie dem Ruhrgebiet, in der 6,2 % der in Deutschland lebenden Bevölkerung wohnt, ist eine erhebliche Herausforderung. Es gilt, den sektorenübergreifenden Wasserstoffbedarf zu ermitteln, den dafür erforderlichen Ausbau Erneuerbarer Energien oder alternativer Wasserstoffimporte zu bemessen sowie die notwendige Transportinfrastruktur aufzuzeigen.

Roadmap erstellen

Aus den erhobenen Daten entsteht eine Roadmap, anhand derer koordinierte Infrastrukturinvestitionen mit den privatwirtschaftlichen Investitionszyklen optimal abgestimmt werden können. Eine solche Roadmap ist Voraussetzung, um Planungssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen und die Region zum attraktiven Investitionsstandort zu machen. In keiner anderen deutschen Region ist die Ausgangslage besser, um diese Aufgabe zu lösen. Mit einer einzigartigen Verknüpfung über alle Sektoren hinweg können im Ruhrgebiet Synergien bei Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Verbrauch gehoben werden. Die Bedingungen für den Aufbau einer flächendeckenden Wasserstoffinfrastruktur sind ideal.

Das Ruhrgebiet soll zu einer führenden Wasserstoffmodellregion werden – mit einem ganzheitlichen, sektorenübergreifenden Bebauungsplan für Wasserstoffproduktion und -infrastruktur. Dabei will das Projekt die Transformation konkret beschreiben und Pilotprojekte auf den Weg bringen, die bis 2030 mindestens 50 % des in der Region benötigten treibhausgasarm erzeugten Wasserstoffes zur Verfügung stellen. Im Ergebnis soll das Projekt signifikant und schnell zur Reduktion der CO2-Emissionen im Ruhrgebiet beitragen, während eine leistungsfähige Industrieregion erhalten bleibt.

Eine integrierte Planung, die das Ruhrgebiet zum Pionier der Wasserstoffwirtschaft machen kann, braucht wissenschaftliche Expertise und engagierte Unternehmen mit dem Willen zur Gestaltung und Transformation. Sie braucht aber auch politische Unterstützung durch Bund und Länder, um als einzigartiges Ökosystem/Netzwerk die Grundlagen für eine beschleunigte grüne Transformation des Ruhrgebietes zu schaffen.

Stimmen

Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Gather, Vorsitzende des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung:

„Die grüne Transformation kann in einem großen Maßstab nur durch Innovation über Wertschöpfungsketten hinweg gelingen. Denn das Ausmaß der Herausforderungen ist zu groß, um sie alleine zu lösen. Neue Innovations-Ökosysteme sind erforderlich, die zum Durchbruch bei der Energiewende und zur Erreichung von Klimaneutralität helfen. Ein solches Ökosystem kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn Akteure aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen wie Industrie und Forschung gut moderiert zusammenarbeiten. Das Ruhrgebiet hat dabei die besten Voraussetzungen, die grüne Transformation erfolgreich zu gestalten und die Energiewende für Deutschland voranzutreiben.“

Leo Birnbaum, Vorstandsvorsitzender der E.ON S.E.:

„Bis zum Jahr 2030 wollen wir als Gesellschaft unsere CO2-Emissionen um 65 % reduzieren. Uns bleiben neun Jahre oder gut 100 Monate, um unser Energiesystem fundamental zu verändern und dezentral erzeugte und grüne Energie aufzubauen. Für E.ON heißt das, die Strom- und Wasserstoff-Infrastruktur in Rekordtempo aufzubauen, sowie effiziente Systeme zu entwickeln um die Sektoren Strom, Wasserstoff und Wärme intelligent zusammenzuführen. Vom Erfolg wird die Zukunft unserer Wirtschaft, unseres Wohlstands und der Erhalt der Umwelt abhängen.“

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG:

„Grüner Wasserstoff wird noch auf Jahre hinaus knapp sein. Deshalb müssen wir Prioritäten setzen und ihn da verwenden, wo wir den höchsten Klimaschutzeffekt erzielen. Bislang optimieren alle nur ihr eigenes Spielfeld. Mit einer sektorenübergreifenden Zusammenarbeit schaffen wir Synergien und reduzieren den Gesamtbedarf an grünem Strom und grünen Energieträgern. Eine effiziente Mittelallokation gelingt nur gemeinsam.“

Prof. Dr. Robert Schlögl, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion:

„Eine zentrale Herausforderung für die Klimaneutralität der Industrie ist die schnelle Umstellung etablierter fossiler Wertschöpfungsketten auf neue Ressourcen und Energieträger wie Wasserstoff und erneuerbare Energien. Dieser Fortschritt wird jedoch grundlegend durch den limitierten Zugang zu diesen Ressourcen bestimmt. Eine übergeordnete Koordinierung wird die Transformation zu grünen Produkten insgesamt erheblich beschleunigen, für alle planbarer und vor allem effizient machen.“

Markus Krebber, Vorstandsvorsitzender der RWE AG:

„Grüner Strom und Wasserstoff sind alternativlos für die Dekarbonisierung vieler Industrien. Wir im Ruhrgebiet haben beste Voraussetzungen, Vorreiter zu werden. Starke Unternehmen, starke Beschäftigte und jetzt auch eine starke Partnerschaft. RWE bringt hierzu ihre komplette Expertise ein. Wenn wir gemeinsam das Tempo hoch halten, dann können wir das Revier zum Gewinner machen.“

Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph M. Schmidt, Präsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung:

„Das Ruhrgebiet ist als Modellregion besonders geeignet, weil hier alle für die grüne Transformation relevanten Sektoren vorhanden sind, nah beieinanderliegen und vielfach miteinander operieren. Für eine erfolgreiche Transformation reicht es nicht, wenn jeder Einzelne seine Prozesse optimiert. Vielmehr muss die Transformation systemisch gedacht und aufeinander abgestimmt konzipiert werden. Dazu kann wissenschaftliche Expertise einen Beitrag leisten.“

Martina Merz, Vorstandsvorsitzende der thyssenkrupp AG:

„Das Ruhrgebiet nimmt bei der grünen Transformation eine exponierte Stellung ein. Die einzigartige Verknüpfung von verschiedenen Sektoren und Branchen erlaubt es, die Energiewende in allen Facetten entlang der gesamten Wertschöpfung von Wasserstoff zu denken und zu gestalten. Es gilt, CO2-frei hergestellten Wasserstoff als Commodity zu begreifen und die Transformation vom Ende her zu denken. Nur so wird uns die Entwicklung einer geeigneten Infrastruktur schnell genug gelingen.“

Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender der Vonovia SE:

„Die nächste Bundesregierung wird das Thema Klimaschutz, Wasserstoff und Erneuerbare Energie weit oben auf ihrer Prioritätenliste haben, weil die Energiewende nur mit einem Mix aus verschiedenen Energiesystemen und -technologien erfolgreich gestaltet werden kann. Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Eine große Herausforderung für alle Beteiligten liegt in der wirtschaftlichen und sozial verträglichen Integration von Wasserstoff. Mit der Wasserstoff-Initiative machen wir ein Angebot an die Gesellschaft und die Politik für eine beschleunigte Einführung und den Einsatz von Wasserstoff. Diese starke und stolze Region könnte zum Vorreiter bei der Dekarbonisierung der Industrie werden und somit einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dass hierbei verschiedene Sektoren und Branchen miteinander verknüpft werden, ist einzigartig und ermöglicht die ganzheitliche Energiewende. Vom Ruhrgebiet könnte ein Impuls für das ganze Land ausgehen.“

 

(Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung: Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, E.ON, Evonik Industries, Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion, RWE, RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, thyssenkrupp, Vonovia)