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Dekarbonisierung: MHI Australia und Primetals beteiligen sich an Forschungszentrum

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Autor: Redaktion

Dekarbonisierung: MHI Australia und Primetals beteiligen sich an Forschungszentrum
Pilotanlage für die HYFOR-Direktreduktion von Feineisenerzen am voestalpine-Standort in Donawitz. Foto: Primetals Technologies

25.08.2021. Mitsubishi Heavy Industries (MHI) Australia und Primetals Technologies – ein Mitglied der Mitsubishi Heavy Industries Group – beteiligen sich als Schlüsselpartner am Australischen Forschungszentrum für die Dekarbonisierung der Schwerindustrie (HILT-CRC).

Dekarbonisierung des australischen Schwerindustriesektors

Das Zentrum ist eine gemeinnützige Organisation, die zu einem bedeutenden Teil von der Regierung finanziert wird. Das Ziel ist die Entwicklung von Technologien zur Dekarbonisierung des australischen Schwerindustriesektors, die Nutzung des natürlichen Reichtums des Landes an Mineralien und sauberen Energiequellen sowie die Erschließung wachsender Exportmärkte für zertifizierte Produkte mit günstiger CO2-Bilanz.

Über die nächsten zehn Jahre werden sich Primetals und MHI Australia finanziell beteiligen und ihre jahrzehntelange Erfahrung auf dem Gebiet der Eisen- und Stahlerzeugung in dieses Vorhaben einbringen. Beide Unternehmen legen den Fokus auf die Erforschung und Entwicklung der wasserstoffbasierten Direktreduktion von Eisenerz. Dazu gehört auch die neuartige HYFOR-Technologie (wasserstoffbasierte Feinerzreduktion), die gegenwärtig von Primetals in Europa in einem Pilotprojekt erprobt wird.

Australien: größte Eisenerzlagerstätten

Australien hat die weltweit größten Eisenerzlagerstätten und ist der führende Exporteur von Eisenerz. Da der Eisen- und Stahlsektor für 7 bis 10 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, fällt Australien eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung der Branche zu: Eine Anstrengung, die beschleunigt werden muss. Die Umstellung von traditionellen kohle- und koksbasierten Eisenerzeugungsprozessen auf wasserstoffbasierte Produktionsmethoden ist für die Industrie der einzige Weg zur Dekarbonisierung. Durch den großtechnischen Einsatz dieser neuen Methoden in Australien könnten Erzeuger in der Wertschöpfungskette aufsteigen und das Land in einen wichtigen Exporteur von kohlenstoffarmem direktreduzierten Eisen verwandeln. Dies würde Australien helfen, seine Verpflichtungen unter dem Pariser Abkommen zu erfüllen und es der globalen Eisen- und Stahlindustrie erleichtern, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden.

HYFOR-Technologie

Primetals bringt ein umfassendes Portfolio für die Eisenerzveredelung durch Pelletieren und Sintern sowie Technologien für die Eisenerzreduktion auf den Tisch. Primetals war beteiligt an der Errichtung eines Drittels des globalen Bestands an MIDREX-DRI-Anlagen – der derzeit erdgasbasierten Direktreduktionstechnologie, die zu 100 % mit Wasserstoff betrieben werden kann. Dieses Jahr nahm Primetals eine Pilotanlage für die neue HYFOR-Technologie (wasserstoffbasierte Feinerzreduktion) an einem Standort des österreichischen Stahlerzeugers voestalpine in Betrieb. Die Technologie beruht auf der umfangreichen Erfahrung des Unternehmens mit dem FINMET-Prozess, der Ende der 1990er Jahre erstmals von Primetals in Australien (Erzverschiffungshafen BHP Port Hedland) eingeführt wurde. Über den nächsten Schritt – den Bau eines HYFOR-Prototyps im industriellen Maßstab – wird bis Ende des Jahres entschieden.

Dr. Alexander Fleischanderl, Technology Officer Upstream and Head of Eco Technologies, Primetals: „Australien hat große Eisenerzlagerstätten, besitzt großes Potenzial für grüne Energie und zeichnet sich durch ein dynamisches wissenschaftliches und geschäftliches Umfeld aus. Damit ist das Land in einer einzigartigen Ausgangsposition dafür, als Lieferant sauberer Metalle bis zum Jahr 2050 die Klimaneutralität zu erreichen. Das australische Forschungszentrum für die Dekarbonisierung der Schwerindustrie wird gemeinsam mit seinen Partnern aus der Energie-, Wasserstoff-, Bergbau- und Zementindustrie ein großartiges Ökosystem für die Innovation bilden.“

MHI Group treibt Anstrengungen in Australien voran

Durch die fortschrittlichen Technologien der MHI Group und die guten Verbindungen zu australischen Regierungsstellen und Universitäten ist MHI Australia ein aktiver Partner bei den Anstrengungen, die Australien unternimmt, um eine nachhaltige Energieerzeugung und Dekarbonisierung voranzutreiben. MHI unterstützt die Regierung von New South Wales dabei, einen umfassenden Entwicklungsplan für die Region Western Sydney aufzustellen. Zudem MHI kooperiert mit dem Unternehmen H2U, um eine FEED-Studie (Front End Engineering and Design) für das von H2U gestartete Projekt Eyre Peninsula Gateway™ in Südaustralien zu fördern. Geplant ist, gegen Ende 2022 die kommerzielle Produktion von grünem Wasserstoff und Ammoniak aufzunehmen. Es wird erwartet, dass die Mitarbeit von MHI Australia am Forschungszentrum HILT-CRC im Laufe der Zeit ausgebaut und intensiviert wird. Das ist ein weiterer Beitrag für die industrielle Entwicklung in Australien.

Shigeru Nakabayashi, Geschäftsführer MHI Australia: „Es ist eine dringende Notwendigkeit, den Industriesektor, der gegenwärtig für einen signifikanten Anteil der Kohlenstoffemissionen verantwortlich ist, zu dekarbonisieren. Die Technologien der MHI Group prädestinieren uns als Partner für Australien – einem Land, in dem die Erzeugung von Eisenerz und Eisen als Schlüsselindustrien gelten – bei den Bemühungen, Emissionen zu reduzieren. Wir liegen im Plan, bis 2025 auch Gasturbinen, die zu 100 % mit Wasserstoff und Ammoniak befeuert werden, fertig entwickelt zu haben. Und wir freuen uns, HILT-CRC dabei helfen zu können, den australischen Schwerindustriesektor mit unseren kohlenstoffarmen Lösungen zu dekarbonisieren, wobei auch die HYFOR-Technologie von Primetals zum Einsatz kommt.“

Diese Partnerschaft wird zum Ziel der MHI Group beitragen, eine kohlenstoffneutrale Zukunft zu realisieren – eine der größten Herausforderungen der Gegenwart. Hierzu wird ein robustes Ökosystem von Wasserstofflösungen in Australien und auf der ganzen Welt errichtet.

 

(Quelle: Primetals Technologies)