Suche
Generic filters
Exact matches only

Arvedi-ESP-Linie von Primetals produziert ersten Bund für Stahlkomplex in Hebei

Kategorien: |
Themen: | |
Autor: Redaktion

Arvedi-ESP-Linie von Primetals produziert ersten Bund für Stahlkomplex in Hebei
Foto: Primetals Technologies

01.06.2021. Im April ist der erste Bund von einer Arvedi-ESP-Endlosbandlinie, die Primetals Technologies an einen chinesischen Stahlerzeuger in der Provinz Hebei geliefert hatte, gelaufen. Die Inbetriebnahme konnte nach 17 Monaten Vertragslaufzeit und sechs Monate nach Baubeginn stattfinden. Die Meilensteine „Erste Blechproduktion“ (17. März) und „Erster Bund“ (6. April) wurden jeweils drei Wochen vor dem Zeitplan erreicht. Gleichzeitig wurden auch der erste Bund und das erste Endlosband produziert, womit ein neuer Rekord aufgestellt werden konnte.

Die Gießwalzanlage ist Teil eines neuen integrierten Eisen- und Stahlwerks. Die Arvedi-ESP-Linie ist in der Lage, Bänder bis auf eine reproduzierbare Banddicke von nur 0,7 mm zu walzen. Das ermöglicht dem Unternehmen die Produktion hochwertiger ultradünner Bänder, um neue Marktsegmente zu erschließen. Im Vergleich zu herkömmlichen Gießwalzverfahren werden der Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten um bis zu 45 % reduziert. Das bringt auch eine erhebliche Reduzierung der CO2– und NOx-Emissionen mit sich, was die Umweltbelastung minimiert.

Arvedi-ESP-Anlage

Die Arvedi-ESP-Anlage ermöglicht es, die Binnen- und Exportmärkte für hochwertige dünne Bandprodukte besser zu bedienen. Die 180 m lange Anlage ist wesentlich kompakter als konventionelle Gießwalzstraßen. Die Anlage ist für die Herstellung hochwertiger ultradünner Warmbandprodukte in Breiten bis 1.600 mm und Dicken bis herab zu 0,7 mm ausgelegt. Hergestellt werden Kohlenstoffstähle, hochfeste niedriglegierte Stähle (HSLA) und Dualphasenstähle.

Primetals war für das Engineering der Arvedi-ESP-Anlage verantwortlich und lieferte die mechanische Ausrüstung, Mediensteuerungen, Technologiepakete und Automatisierungssysteme. Gesteuert wird die gesamte Linie von einem komplett integrierten Automatisierungssystem mit Basisfunktionen (Level 1) und zusätzlicher Prozessoptimierung (Level 2), die sämtliche Gieß- und Walzvorgänge vollständig überwacht.

Kombiniertes Gieß- und Walzwerk

Im Arvedi-ESP-Prozess entstehen warmgewalzte Bunde in einem kombinierten Gieß- und Walzwerk direkt aus Flüssigstahl in einem kontinuierlichen und unterbrechungsfreien Produktionsprozess. Die Anlage beginnt mit dem Gießen eines dünnen Strangs, der anschließend in einer dreigerüstigen Hochreduktionswalzstraße am Ende der Stranggießanlage auf eine Zwischendicke von 10 bis 20 mm gebracht wird. Nach Wiedererwärmung mittels Induktionsheizung findet das Walzen des Transferbands auf die angestrebte Enddicke in einem fünfgerüstigen Fertigwalzwerk mit nachfolgender laminarer Bandkühlung statt. Das Band wird anschließend unmittelbar vor dem Aufwickeln der Bunde mit einer Hochgeschwindigkeitsschere für Bunde mit einem Gewicht von bis zu 32 t zugeschnitten. Das komplette Programm an Stahlsorten kann auf Arvedi-ESP-Anlagen flexibel produziert werden.

Aufgrund des Endlosband-Produktionsverfahrens ist bei Arvedi-ESP-Linien kein wiederholtes Einfädeln in die einzelnen Walzgerüste erforderlich. Das ist die Grundlage für die Produktion ultradünner Banderzeugnisse bis herab zu einer Dicke von nur 0,7 mm. Die Toleranzwerte für die geforderte Bandgeometrie werden über die gesamte Länge des Walzprodukts vollständig eingehalten. Die Endlosproduktion ist auch entscheidend dafür, dass die Homogenität des Stahlgefüges, die Korngröße, die Streckgrenze und die Zugfestigkeit sicher gewährleistet werden können. Da das Band ständig unter Spannung steht, liegt die Fehlwalzrate unter 0,1 %, selbst wenn mehr als 50 % der Produktion eine Dicke von weniger als 1,2 mm aufweisen.

 

(Quelle: Primetals Technologies)