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ArcelorMittal veröffentlicht Konzept für CO2-armen Stahlstandard

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Autor: Magnus Schwarz

ArcelorMittal veröffentlicht Konzept für CO2-armen Stahlstandard
Brad Davey, Executive Vice President von ArcelorMittal (Quelle: Arcelor Mittal)

ArcelorMittal hat ein Konzept für einen kohlenstoffarmen Stahlstandard veröffentlicht. Er kann aus Sicht des Konzerns Anreize für die Dekarbonisierung der Stahlerzeugung weltweit schaffen. Zudem soll er die Nachfrage nach Stahlprodukten unterstützen, die man als kohlenstoffarmen und letztlich kohlenstofffreien Stahl klassifiziert.

Die Erstellung klarer Definitionen für kohlenstoffarme physische Stahlemissionen ist ein Bestandteil der „Demand-Pull“- und „Supply-Push“-Mechanismen, die erforderlich sind, um die Stahlindustrie bei ihrem Übergang zu einer kohlenstofffreien Produktion bis 2050 zu unterstützen. Klare Definitionen können auch dazu beitragen, gezielte politische Maßnahmen zur Unterstützung des Ausbaus und der Kommerzialisierung dieser Fast-Null-Technologien zu entwickeln.

Drei Kernprinzipien

Im Mittelpunkt des Konzepts stehen drei Grundprinzipien:

  • Es muss ein duales Bewertungssystem beinhalten, das einen LCA-Wert für Fertigprodukte (EPD für Bauprodukte) sowie ein Dekarbonisierungs-Bewertungssystem umfasst. Dieses kategorisiert niedrige und nahezu Null-Kohlenstoffemissionen pro Tonne warmgewalzten Stahls. Außerdem belohnt es Hersteller, wenn sie von ihrem Ausgangspunkt aus dekarbonisieren.
  • Das System muss so konzipiert sein, dass es Anreize für die Dekarbonisierung aller Methoden der Stahlproduktion durch technologische Veränderungen bietet Dies kann durch eine gleitende Skala auf der Grundlage des prozentualen Anteils des verwendeten Schrotts geschehe. Dieses System ist auch das Herzstück der Stahlmodelle von ResponsibleSteel™ und der Internationalen Energieagentur (“IEA”) mit niedrigen Kohlenstoffemissionen.
  • Es muss eine klar definierte Grenze enthalten, ab der die Kohlenstoffemissionen für das Dekarbonisierungs-Bewertungssystem gezählt werden.

Das Konzept ist so beschaffen, dass es die Methoden zur Belohnung von virtuellem kohlenstoffarmem Stahl ergänzt. Das gilt, bis signifikante Mengen an physischem kohlenstoffarmem Stahl verfügbar sind.

 

Brad Davey, Executive Vice President von ArcelorMittal und Vorsitzender des Klimaausschusses des Unternehmens, kommentiert:

“Die Festlegung eines Standards zur Klassifizierung von Stahl mit geringen Kohlenstoffemissionen während des Übergangs unserer Branche zu einer Netto-NullProduktion ist für unsere Reise zur Dekarbonisierung von entscheidender Bedeutung. Wir haben lange überlegt, wie wir dies auf faire Art und Weise tun können. Sie soll allen Stahlherstellern Anreize bieten, ihre Emissionen zu reduzieren und letztendlich Netto-Null zu erreichen.

 

Das Herzstück unseres Konzepts ist ein System, das sicherstellt, dass alle Stahlerzeuger Anreize erhalten, ihre Emissionen weiter zu verbessern. Fortschritte auf dem Weg zu NettoNull kann man so anerkennen und belohnen.

 

Wir wissen, dass sich viele Organisationen mit dieser Frage intensiv auseinandersetzen. Wir stehen in engem Austausch mit mehreren. Und wir begrüßen die Gelegenheit, unser Fachwissen über die Stahlerzeugung mit ihnen zu teilen, während sie Empfehlungen ausarbeiten. Da es sich um ein für die Branche so wichtiges Thema handelt, haben wir beschlossen, die wichtigsten Grundsätze direkt zu veröffentlichen. Sie sollten unserer Meinung nach den Kern eines jeden Systems zur offiziellen Einstufung von kohlenstoffarmem und kohlenstofffreiem Stahl bilden.”

Geert van Poelvoorde, Executive Vice President und CEO von ArcelorMittal Europe, ergänzt:

“Wir wissen, dass unsere Kunden kohlenstoffarme Stahlprodukte wünschen. Deshalb haben wir die XCarb™-Grünstahlzertifikate eingeführt, die bei unseren Kunden sehr beliebt sind. Allerdings handelt es sich dabei um virtuelle kohlenstoffarme Produkte, und wir müssen auch ein System haben, das definiert, was physischen kohlenstoffarmen Stahl während des Übergangs zu einer nahezu kohlenstofffreien Produktion und schließlich zu einer NettoNullproduktion ausmacht.

 

Dies wird dazu beitragen, dass sich die für den Übergang zur kohlenstoffarmen Stahlerzeugung erforderlichen Investitionen, die teurer sind als die heute verwendeten Technologien, rentieren.

 

Wir halten es für wichtig, dass jede Norm einen dualen Ansatz verfolgt, der sowohl den LCA-Wert des Produkts als auch eine Bewertung zum Nachweis des Dekarbonisierungsfortschritts klar angibt. Dies macht den Kunden den verkörperten Kohlenstoffgehalt des Produkts deutlich, aber auch den Fortschritt, den der Hersteller auf dem Weg zu einer nahezu kohlenstofffreien Produktion macht – eine wichtige Komponente, um sicherzustellen, dass jedes Unternehmen zum Erreichen des Pariser Abkommens beiträgt.”

Ein duales Bewertungssystem

Das nachstehende Schaubild veranschaulicht das Konzept des Dekarbonisierungsbewertungssystems:

Die Position eines Stahlherstellers auf dem Diagramm würde auf der Grundlage seiner Kohlenstoffemissionen pro Tonne warmgewalzten Stahls (y-Achse) und dem von ihm verwendeten metallischen Einsatzmaterial (x-Achse) bestimmt. Die Position des Herstellers würde über oder unter einer Schwellenlinie liegen, die angibt, ob er kohlenstoffarmen Stahl herstellt oder nicht.

Darüber hinaus würden die Stahlproduzenten, die auf oder unter den Schwellenwert fallen, in sechs Stufen – A+ bis E – eingeteilt. Dabei steigt der Produzent im Zuge seiner Dekarbonisierung auf. Dieses System könnte von politischen Entscheidungsträgern und Kunden genutzt werden, um Herstellern Anreize für weitere Dekarbonisierungsschritte zu geben. A und A+ wären hierbei die einzigen Kategorien, in denen Hersteller ihren Stahl nahezu kohlenstofffrei (A) oder netto kohlenstofffrei (A+) nennen können.

 

 

 

Weiterführende Informationen

Weitere Einzelheiten zu ArcelorMittals Vorschlag für einen Standard für kohlenstoffarme Emissionen finden Sie hier.

Hier finden Sie ein animiertes Video, das den Standard und seine Methodik erklärt.

Was genau in den Grenzwerten enthalten ist, erfahren Sie in diesem Dokument.