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Miele setzt auf grünen Stahl der Salzgitter AG

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Autor: Sarah Holtkamp

Miele setzt auf grünen Stahl der Salzgitter AG
(v. l.): Hans Krug, Senior Vice President Procurement Miele, Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender Salzgitter AG, Dr. Stefan Breit, Geschäftsführer Technik Miele, Ulrich Grethe, Dr. Sebastian Bross, Konzerngeschäftsleitung (beide Salzgitter AG)

Die Miele Gruppe setzt bei der Reduzierung ihres CO₂- Fußabdrucks auf „grünen Stahl“ von der Salzgitter AG. Ab November verbaut der Gütersloher Hausgerätekonzern im Rahmen eines Pilotprojekts knapp 24 Tonnen CO₂-armen Stahls pro Monat, der im Bereich der Herde und Backöfen mit 60 Zentimetern Breite zum Einsatz kommen wird.

Bei diesem Material werden die CO₂-Emissionen im Herstellungsprozess um mehr als 66 Prozent verringert. Das passiert durch Verwendung von klimafreundlichen Energieträgern und Stahlschrott. Damit leistet Miele einen ersten Beitrag, die Emissionen im Bereich der eingekauften Güter und Dienstleistungen (Scope 3.1) weiter zu senken. Ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung seiner Nachhaltigkeitsziele.

Bereits für dieses Jahr hat Miele angekündigt, über alle Standorte hinweg CO₂-neutral zu arbeiten. Das bezieht sich auf Treibhausgasemissionen aus eigenen Verbrennungsprozessen („Scope 1“) sowie auf die Emissionen der Energielieferanten („Scope 2“). Anfang September verkündete das Unternehmen zudem ein konkretes Ziel für die Emissionen aus der Nutzungsphase der Miele-Geräte. Diese machen den größten Teil der sogenannten Scope 3 aus:

Bis 2030 sollen diese Emissionen im Vergleich zu 2019 um 15 Prozent gesenkt werden, bezogen auf den Gesamtverbrauch aller in Gebrauch befindlicher Geräte.

„Gleichzeitig beschäftigen wir uns auch intensiv damit, welche Möglichkeiten es bei der Optimierung der eingekauften Güter und Dienstleistungen gibt“, verdeutlicht Miele-Technikgeschäftsführer Dr. Stefan Breit.

Die Emissionen machen knapp 13 % aller CO₂-Emissionen im Zusammenhang mit Miele aus. Bei Miele wird der „grüne Stahl“ ab November in einem Abdeckblech für Herde und Backöfen verbaut. Diese produziert Miele allesamt in seinem Werk Oelde. Weitere Anwendungen auch in anderen Miele-Geräte werden aktuell geprüft.

„Wir freuen uns, dass wir mit der Salzgitter AG einen starken und kompetenten Partner an unserer Seite haben. Mit dessen Unterstützung können wir den CO₂-Fußabdruck unserer Produkte weiter senken “, erklärt Breit, der sich Anfang Oktober bei einem Besuch bei der Salzgitter AG persönlich ein Bild machte. Gemeinsam mit Hans Krug, Senior Vice President Procurement bei Miele, übergab er einen der ersten Backöfen mit grünem Stahl.

Die CO₂-armen Stahlgüten werden im Elektrostahlwerk Peine hergestellt und in den Walzwerken und Verzinkungsanlagen der Salzgitter Flachstahl weiterverarbeitet. Beim Einschmelzen von Stahlschrott und durch den Einsatz von klimafreundlichen Energieträgern entsteht ein um 66 Prozent geringerer CO₂-Fußabdruck des verzinkten Materials. Anders als bei der konventionellen Herstellung auf der Hochofenroute. Das hat der TÜV SÜD auf Basis von Daten des Jahres 2018 für die verschiedenen Prozessrouten zur Produktion von Flachstahl verifiziert.

Ulrich Grethe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Salzgitter Flachstahl und Mitglied der Salzgitter-Konzerngeschäftsleitung erklärt: “„Grüne“ Stahlprodukte stoßen auf immer größeres Interesse bei unseren Kunden aus den verschiedensten Branchen. Miele steht seit jeher für langlebige Premiumprodukte. Wir freuen uns, dass unsere CO₂-armen Stahlprodukte die hohen Qualitätsanforderungen des Unternehmens erfüllen.“

Perspektivisch können Wasserstoff und Strom aus regenerativen Quellen benötigten Kohlenstoff komplett ersetzen, der bisher zur Stahlherstellung nötig war. So werden die CO₂- Emissionen in der Stahlerzeugung um über 95 Prozent gesenkt. An diesem anspruchsvollen Ziel arbeitet die Salzgitter AG mit ihrem Transformationsprojekt Salzgitter Low CO₂ Steelmaking (SALCOS). Dessen zentrale Elemente sind Strom aus erneuerbaren Quellen und Wasserstoff. Beide zusammen sollen die Kohle ersetzen, die derzeit im konventionellen Hochofenprozess verwenden wird.