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voestalpine mit markantem Umsatz- und Ergebnisanstieg im 1. Halbjahr 2021/22

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Autor: Lucas Möllers

voestalpine mit markantem Umsatz- und Ergebnisanstieg im 1. Halbjahr 2021/22
voestalpine Standort Linz (Quelle: voestalpine)

Die voestalpine konnte im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2021/22 (1. April bis 30. September) an die positive Entwicklung im letzten Geschäftsjahr anschließen. Dabei konnten herausfordernde Rahmenbedingungen bewältigt werden. Hier handelt es sich um den globalen Anstieg der Energiepreise mit teilweisen unterbrochenen Lieferketten. Ebenso waren die neuen Mutationen des Coronavirus bei regional unterschiedlichem Impffortschritt ein Faktor. Alle wesentlichen Markt- und Produktsegmente des Stahl- und Technologiekonzerns verzeichneten eine sehr solide Entwicklung. Lediglich im Bereich Automotive verschärfte sich über den Sommer die Lieferkettenproblematik. Die amerikanischen und asiatischen voestalpine-Standorte waren deutlich weniger durch den Halbleiter-Mangel betroffen als die europäischen. Erstmals seit Ausbruch der COVID-19-Krise stiegen auch wieder die Auftragseingänge aus der Luftfahrtindustrie. Weiterhin erfreulich entwickelte sich das Energiesegment. Dieses profitierte von der steigenden Investitionstätigkeit der Öl- und Gasindustrie. Der Geschäftsbereich Bahninfrastruktursysteme verzeichnete erneut eine stabile Performance. Sehr zufriedenstellend entwickelte sich der Bereich Lagertechnik. Die Auftragseingänge waren aufgrund des boomenden Online-Handels auf Rekordniveau.

„Durch die sehr solide Nachfrage nach voestalpine-Produkten in allen für uns wesentlichen Märkten und Produktbereichen, unseren Fokus auf effizienzsteigernde Maßnahmen und dem hervorragenden Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten wir einen starken Anstieg der Umsatz- und Ergebniszahlen im 1. Halbjahr erzielen“, so Herbert Eibensteiner, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG.

Entwicklung von Umsatz- und Ergebnisziffern

Die Finanzkennzahlen des voestalpine-Konzerns zum 1. Halbjahr 2021/22 weisen einen markanten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr auf. So wuchs der Umsatz im Vergleich zum 1. Halbjahr des Vorjahres um 37,8 % von € 5,1 Mrd. auf € 7 Mrd. Das EBITDA stieg im Vorjahresvergleich um 165,8 % von € 395 Mio. auf € 1 Mrd. Das EBIT erreichte nach € -215 Mio. im 1. Halbjahr 2021/22 einen Wert von € 651 Mio. Das Ergebnis vor Steuern steigerte sich im Berichtszeitraum auf € 611 Mio. (1. Halbjahr 2020/21: € -268 Mio.). Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich auf € 486 Mio. (1. Halbjahr 2020/21: € -276 Mio.). Die insbesondere in der 2. Hälfte des vergangenen Geschäftsjahres starke Cashflow-Generierung zeigt sich deutlich in der positiven Entwicklung der Nettofinanzverschuldung. Diese lag per 30. September 2021 bei € 2,7 Mrd. (30. September 2020: € 3,5 Mrd.). Das Eigenkapital stieg im Vergleichszeitraum von € 5,3 Mrd. auf € 6,1 Mrd. Die Verschuldungskennzahl Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) verringerte sich im Jahresvergleich von 66,2 % auf 45,1 %. Die Anzahl der Beschäftigten (FTE) im voestalpine-Konzern erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresstichtag um 2,4 % von 47.917 auf 49.068.

Unterschiedliche Entwicklung je Markt und Region

Die wirtschaftliche Erholung aus der COVID-19-Krise hat sich im 1. Halbjahr 2021/22 insgesamt gesehen fortgesetzt. Zu Beginn wurde sie teilweise von Überhitzungstendenzen begleitet. Die weiteren positiven Wachstumserwartungen erscheinen unter Berücksichtigung der zuletzt in den Fokus geratenen Entwicklungen jedoch etwas unsicherer. So kamen gegen Ende der Berichtsperiode zu anhaltend hoher Volatilität auf der Rohstoffseite starke Anstiege bei den Energiekosten hinzu. Aus heutiger Sicht ist zumindest bis Ende des laufenden Geschäftsjahres mit keiner Änderung dieser Situation auf der Zukaufsseite zu rechnen.

Absatzseitig stellt sich die Erwartung der weiteren Entwicklung nach Märkten und Regionen unterschiedlich dar: Die Automobilindustrie leidet unverändert unter Lieferschwierigkeiten der Halbleiterindustrie. Diese Situation wird sich vor Mitte des kommenden Geschäftsjahres vermutlich kaum entspannen. Die reduzierte Automobilproduktion ist dabei nicht auf eine Nachfrageschwäche zurückzuführen. Aufgrund fehlender Mikrochips kann die ungebrochen hohe Nachfrage von Seiten der Endkonsumenten allerdings nicht zur Gänze bedient werden. Es ist zu erwarten, dass sich Abrufe von voestalpine-Produkten zum Teil zeitlich verschieben werden.

Positive Entwicklungen im Energiebereich und in der Luftfahrtindustrie

Die Marktsegmente Bau, Maschinenbau und Konsumgüter zeigen weiterhin eine hohe Nachfrage nach Produkten des voestalpine-Konzerns. Der Eisenbahnbereich ist ein stabilisierender Ergebnisfaktor. Er wird abgesehen von üblichen saisonalen Schwankungen aus heutiger Sicht auch weiterhin solide performen. Im Energiebereich (Öl und Gas) ist zuletzt eine deutliche Erholung feststellbar. Diese wird sich im Verlauf der 2. Geschäftsjahreshälfte weiter fortsetzen. Auch in der Luftfahrtindustrie zeigt sich aktuell eine Belebung. Die Prognosen der großen Flugzeughersteller für Kurz- und Mittelstreckenjets wurden zuletzt optimistischer. Dies spiegelt sich in bereits steigenden Auftragseingängen wider.

Regional betrachtet stellt sich die ökonomische Entwicklung in Nordamerika unverändert positiv dar. China hat dagegen zuletzt einige Wirtschaftsindikatoren eine Verlangsamung der Dynamik auszuweisen. In Summe sind aber die Wirtschaftsprognosen für China weiterhin deutlich positiv. Auch für Europa sagen die aktuellen Prognosen sowohl für heute als auch für nächstes Jahr ein positives Wirtschaftswachstum voraus.

Der Vorstand der voestalpine AG geht daher für das Geschäftsjahr 2021/22 weiterhin von einem EBITDA in einer Bandbreite von € 1.900 bis 2.200 Mio. aus. Dies beruht auf Basis der Ergebnisse des 1. Halbjahres 2021/22 und unter der Annahme keiner unerwarteten wirtschaftlichen Verwerfungen.